Aug. 16

Die Totengräber der sPD

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Bearbeitet: Aug. 19

 

 

 

In Zeiten...

...wo die Welt uns um die Ohren zu fliegen scheint,

...wo die sogenannte politische Elite den Pfad demokratischer Willensbildung verlässt, hin zu einer Art Demokratur,

...wo Einer oder besser Eine bestimmt und erwartet, dass sich das Volk kritiklos hinter der Fahne versammelt, wie zu Kaisers Zeiten,

...wo profilneurotische Gammaakteure, ausgestattet mit Alphabezügen, ihre rhetori-schen Pirouetten auf den Rücken der Menschen in Propaganda-Talkshows drehen,

...wo eine EU-Kommissionspräsidentin aus dem Hut gezaubert wird, ohne jemals Spit-zenkandidatin gewesen zu sein,

...wo talentfreie Politiker sich den Staffelstab im Verteidigungsministerium in die Hände geben, mit denen sie die Eidesformel schwören, dass sie alle Kraft dem Wohle des deut-schen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundge-setz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, die Pflichten gewissenhaft er-füllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werden, mit dem Beistand von ganz oben,

...wo Politiker in Gutsherrenmanier aus den Mansardenfenstern ihres dreigeschossigen Elfenbeinturms in leidenschaftslosem Timbre schulmeisterhaft Leitkulturen in die Welt posaunen,

...wo sich Macht und Dilettantismus als eine der schlimmsten Konstellation erweist,

 

genau in diesen Zeiten kommt Frau Elfriede Handrick vom Vorstand der sPD, Wuster-mark (Brandenburg), um die Ecke und haut einen Satz heraus, der die Bigotterie des politischen Personals deutlich macht. Dieses geschehen am 11.8.2019 im ZDF heute journal.

 

Frau Handrick, hätten Sie bloß geschwiegen. Vielleicht wäre eine Philosophin aus Ihnen geworden. Der Mensch ist ausgestattet mit zwei Ohren und einer Zunge, damit er dop-pelt soviel hören kann wie er spricht. Das wusste schon Epiktet. Hören Sie hin, was die Menschen bewegt. Auch wenn Sie selbst keine Sorgen und Nöte haben.

 

Permanentes Misstrauen gegenüber der Politik ist oberste Bürgerpflicht.

 

Wilfried Reiser

 

Aug. 16Bearbeitet: Aug. 17

Liebe Frau Handrick, danke dass Sie uns in Ihre Gedankenwelt schauen lassen. Ein bisschen fühle ich mit Ihnen. Nur mal angenommen ich würde im Elfenbeinturm sitzen und hätte meinen Allerwertesten im Trocknen und wäre ansonsten mit meinem Machterhalt und der Sicherung meiner Pfründe beschäftigt, woher soll ich dann noch wissen, was viele Bürgerinnen und Bürger bedrückt? Auch wenn ich manchmal so tue, als würde ich als Politiker den Menschen zuhören, so wissen wir doch beide, dass da eine Menge Heuchelei im Spiel ist. Bürgerinnen und Bürger haben dann Macht, wenn sie zur Wahl gehen. Danach nehmen wir ihnen die Macht gleich wieder ab. Frau Handrick, ich stand mal der SPD nahe. Das ist mittlerweile Geschichte. Mich kotzt das, was sich etliche politische Akteure der etablierten Parteien leisten, einfach nur noch an. Ja, verglichen mit vielen anderen Ländern der Welt, geht es uns noch gut. Wie lange noch? Was sagte Frau vdL unlängst: "300 Millionen Menschen leben in der EU in Freiheit und Wohlstand!"

Freiheit mag wohl sein. Wohlstand jedoch? Aber woher soll Frau vdL das auch wissen? Frau Handrick machen Sie sich keine Sorgen. Sie sind in guter Gesellschaft.

Aug. 20Bearbeitet: Aug. 20

Zwischenzeitlich hat die SPD Wustermark das Kurzinterview ihres Vorstandsmitgliedes Handrick kommentiert und eine Pressemitteilung herausgegeben, die ich Ihnen nicht vorenthalten will und darf. Demnach spricht Frau Handrick nicht über die Sorgen und Nöte der Bürger im Allgemeinen, sondern über die Gruppierungen, die sich außerhalb unserer Verfassung im rechten Fahrwasser bewegen und über deren Steigbügelhalter. Wenn es in dieser Form so gemeint war, ist die Aussage von Handrick nicht zu kritisieren. Warum sich der Fraktionsvorsitzende Werner dennoch entschul-digt, erschließt sich mir nicht. Gäbe es keine Zweifel wäre eine Entschuldigung obsolet.

 

In eigener Sache will ich dezidiert darauf hinweisen, dass unsere Bürgerinitiative überparteilich, verbandsneutral und basisdemokratisch arbeitet.

 

Wilfried Reiser

 

Hier die Pressemitteilung der SPD

 

14.08.2019 in Kommunalpolitik

 

Ein Kurzinterview mit unserem Vorstandsmitglied Elfriede Handrick wurde am Sonntag im Heute Journal gezeigt. Bei diesem fehlte der Zusammenhang und der Beitrag wird leider von der AFD zu Wahlkampfzwecken mißbraucht. 

Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Christina Hanschke stellt klar: “Die SPD Wustermark ist und bleibt auch weiterhin nah bei den Menschen und erarbeitet für die Sorgen und Nöte der Wustermarkerinnen und Wustermarker politische Lösungen.”

Steven Werner, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Gemeindevertretung, ergänzt: “Bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich durch die Aussagen verletzt fühlen, entschuldige ich mich im Namen der SPD Wustermark. Gleichzeitig sichere ich allen zu, dass die Anliegen der Bevölkerung durch unsere Fraktion mit Nachdruck verfolgt werden.“

In einem Interview erklärt Frau Handrick dem Generalsekretär der Brandenburger SPD, Erik Stohn, dass sich ihr Unverständnis auf Nazi-Demonstranten bezog und sie die Sorgen und Nöte der Teilnehmer dieser Demonstrationen nicht nachvollziehen kann. Für die SPD ist es unerträglich, wenn durch AFD Politiker Nazi-Verbrechen verharmlost werden (“Vogelschiss in der Geschichte”) und Übergriffe bei Nazi-Demonstrationen als “normal” bezeichnet werden.

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